| Aktion zur Rettung der Landmetzgereien
Nürnberger Land (LRA) – Mit mehreren
Initiativen will der derzeit amtierende Landrat Norbert
Dünkel Licht in den Zuständigkeitsdschungel
um den Erhalt der fränkischen Landmetzgereien und
für den Erhalt regionaler Wurst- und Fleischzubereitung
bringen. In einem Schreiben an den Vizepräsidenten
des Europaparlaments Dr. Ingo Friedrich aus Gunzenhausen
bittet er um Einleitung eines nationalen Ausnahmetatbestandes
auf europäischer Ebene. Vorausgegangen war vergangene
Woche eine Besprechung zwischen Dünkel und dem
Chefjuristen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit
und Lebensmittelsicherheit Dr. Eugen Ehmann.
Demnach ist Grundlage für das sogenannte „Hygienepaket“
die Europäische Basisverordnung 178/2002 und die
Umsetzungsrichtlinie 853/2004, welche keine Unterscheidung
zwischen fränkischen Kleinbetrieben und europäischen
Großschlachtereien mehr trifft und eine Vielzahl
an Auflagen und Nachweispflichten auch für kleine
Landmetzger vorsieht. Dies wurde auf weitere Nachprüfung
Dünkels auf veterinärrechtlicher Basis auch
durch Dr. Albert Rampp vom Landesamt in München
bestätigt. Der aus Vorra stammende Dr. Ehmann,
ehemaliger Geschäftsleiter des Landratsamtes Lauf,
sieht Forderungen an Landes- oder Bundespolitik deshalb
als wenig zielführend an. Es müsste vielmehr
ein Ausnahmetatbestand geschaffen werden, demzufolge
die kleinräumliche Struktur von Schlachtbetrieben
in Franken und Bayern einen nationalen und europäischen
Sonderfall darstellt.
Im Schreiben an den Europaabgeordneten Dr. Friedrich
bittet der Landkreis Nürnberger Land um eine schnelle
Initiative. Norbert Dünkel sieht vorerst gute Erfolgsaussichten,
weil dies in der Vergangenheit auch in anderen vergleichbaren
Fällen gelungen ist. Voraussetzung sei, dass der
Ausnahmetatbestand weder für die Europäische
Union, als auch für den nationalen Handel von Bedeutung
ist. „Wir lieben die Schönheit unserer fränkischen
Landschaft, unsere Kultur, und eben auch unsere Spezialitäten
wie Stadtwurst, Schlachtschüssel und Schäuferle.
Das gilt es zu erhalten“, so Dünkel. Es sei
dafür zu sorgen, dass wie bisher selbst erschlachtetes
Fleisch in kleinen Betrieben ohne überzogene, realitätsfremde
und existenzbedrohende Auflagen hergestellt und dem
Verbraucher auch weiterhin exzellente Qualität
aus heimischer und regionaler Produktion angeboten werden
kann.
In einem ersten Telefongespräch hat Dr.Ingo Friedrich
bereits Unterstützung zugesichert und auch Kontakt
mit Kollegen aus Südtirol und Belgien aufgenommen.
In einem Schriftsatz an Bayerns Umwelt- und Verbraucherschutzminister
Dr. Werner Schnappauf, welches dem Landratsamt am Dienstag
zugeleitet wurde, fordern Präsident Dr. Jürgen
Ströbel und Bezirksbäuerin Marlene Mortler
auch für den Bauernverband Mittelfranken Unterstützung
zur Behebung der Problemlage.
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