| CSU sieht Landkreis vor großen
Herausforderungen
CSU fordert maßvollere Ausgabepolitik.
Solidarität mit Gemeinden darf nicht verloren gehen.
Informationsgespräch der CSU-Kreistagsfraktion
beim BRK-Kreisverband
Nürnberger Land (csu)
– Nach Auffassung der CSU-Kreistagsfraktion droht
der Kreishaushalt in den kommenden Jahren in eine Schuldenspirale
zu entgleisen. Im Rahmen einer Fraktionssitzung mit
Altlandrat und BRK-Kreisvorsitzendem Helmut Reich wurden
außerdem Lösungsansätze für eine
Demenzeinrichtung am ehemaligen Krankenhaus Schnaittach
erörtert.

Hatte noch Altlandrat Reich bei einem
Schuldenstand von 35 Millionen Euro große Angst
als „Schuldenlandrat“ in die Geschichte
des Landkreises einzugehen, prognostiziert die Landkreisverwaltung
unter Landrat Armin Kroder nun den Investitionsbedarf
für Sanierungen an den Schulen und Liegenschaften
des Landkreises auf 120 Millionen Euro. Die CSU-Kreistagsfraktion
sieht vorerst jedoch nur einen Spielraum von maximal
35 Millionen Euro. In nachdrücklicher Weise habe
der Kreiskämmerer im Kreisausschuss dargelegt,
dass im ersten Investitionsabschnitt die Marke von 35
Millionen Euro nicht überschritten werden sollte,
so CSU-Fraktionsvorsitzender Norbert Dünkel.
Dem werde die CSU-Fraktion aus Sanierungszwängen
insbesondere an den Realschulen folgen. Mit den Einrichtungen
Fachakademie für Sozialpädagogik Altdorf,
Realschule Feucht, Realschule Lauf und Realschule Hersbruck
sei aber die verantwortbare Summe ausgeschöpft.
Streitthema wird nach Auffassung der
CSU nun zunehmend die Frage einer sofortigen Sanierung
des Landratsamtsgebäudes in Lauf. Die Gestaltung
der Außenfassade, neue Fassadenverkleidung, neue
Fenster und energetische Baumaßnahmen sind zwar
notwendig, sollten aus Sicht der CSU aber noch zurückgestellt
werden, bis der zweite Investitionsabschnitt finanziert
werden kann, so die einhellige Überzeugung der
Kreistagsmitglieder.
Mit Sorge stellte die CSU fest, dass der neue FWG-Landrat
den Höhenflügen der SPD offensichtlich eher
folge als einer realistischen und verantwortungsvollen
Haushaltspolitik seines Vorgängers.
Alternative Konzepte zum Sparen gibt es aus Sicht der
CSU bis dto. nicht. Das neue Personalkonzept des Landrats
weist immerhin eine Stellenmehrung im Landratsamt mit
einer Kostensteigerung pro Haushaltsjahr von 660.000
EURO auf.
Da könne sich bereits heute jeder Gemeinderat und
Bürgermeister auf örtlicher Ebene ausrechnen
und überlegen, wie er mit der neuen Ausgabementalität
von SPD, FWG und Grünen auf Kreisebene umgehen
möchte, so Norbert Dünkel.
Sowohl Bürgermeister Konrad Rupprecht,
zugleich Sprecher der Bürgermeister der Gemeinden
im Landkreis, wie auch Laufs bisheriger Bürgermeister
Rüdiger Pompl und stv. Fraktionssprecher Dr. Bernd
Eckstein aus Altdorf forderten ein, dass die CSU vor
diesem Hintergrund auf eine maßvollere Ausgabenpolitik
drängen müsse. Hoffnung auf Einsicht hat die
CSU aber bei der aktuellen politischen Konstellation
nicht.
Da die Bauinvestitionen erst in den
Folgejahren ab 2011 zu Buche schlagen werden, fordert
die CSU gleichsam mit dem Gemeindetag eine Senkung der
Kreisumlage um 0,5 Prozent im aktuellen Haushaltsjahr
2009, um die Gemeinden an der gesenkten Umlage des Bezirk
Mittelfranken von 1 Prozent zur Hälfte teilhaben
zu lassen.
„Unsere Gemeinden würden somit 650.000 Euro
zurückerhalten, um ihrerseits ihre Pflichtaufgaben
und dringend notwendige Sanierungen in Grundschulen,
Turnhallen, Kindergärten und Strassen auf den Weg
bringen zu können“, so Bürgermeister
Heinz Meyer aus Burgthann.
Auch das Rote Kreuz im Nürnberger
Land braucht finanzielle Unterstützung, um das
gewünschte Seniorenzentrum für Demenzkranke
in Schnaittach, mit welcher das seit Jahren leer stehende
Krankenhaus einer Nachnutzung zugeführt werden
könnte, verwirklichen zu können.
BRK-Kreisvorsitzender Helmut Reich und Geschäftsführer
Gernot Jungbauer berichteten in der CSU - Fraktion über
den aktuellen Sachstand und trugen der Versammlung ihre
Wünsche vor.
Der BRK-Kreisverband hofft dabei unter anderem auf eine
Bürgschaft des Landkreises. Vorsitzender Helmut
Reich trug seinen Wunsch nach „positiven Signalen“
an die CSU-Kreistagsfraktion heran, um das Projekt realisieren
zu können.
CSU-Fraktionsvorsitzenden Norbert Dünkel signalisierte
die Zustimmung seiner Partei für das geplante Projekt.
„Das sind wir den älteren und alten Menschen
im Landkreis ebenso schuldig, wie unserem Roten Kreuz
und der Entwicklung im Schnaittachtal“, so Norbert
Dünkel.
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