| CSU: Landratsamt-Sanierung
bleibt ein politischer Fehler
Für Fraktionsvorsitzenden
Norbert Dünkel sind Probleme unausweichlich - Bereits
jetzt Kostensteigerung um 30 Prozent
Lauf (csu) – Trotz starker
Bedenken hat die CSU-Kreistagsfraktion dem Kreishaushalt
2010 zugestimmt. Fraktionsvorsitzender Norbert Dünkel
machte deutlich, dass die Finanzentwicklung des Landkreises
dauerhaft und aufmerksam beobachtet werden müsse.
Andererseits sind notwendige Investitionsmaßnahmen,
darunter auch eine Reihe von CSU-Anträgen, auf
den Weg zu bringen, denen sich die CSU nicht verschließen
wolle.
Insgesamt wurden erhebliche Mittel für dringende
Sanierungen an den Realschulen Feucht und Hersbruck,
sowie der Fachakademie Altdorf in den Haushalt eingestellt,
ergänzt durch den CSU-Antrag, die Instandsetzung
der Realschule Lauf in die erste Stufe der Sanierungen
mit aufzunehmen.

Die Sanierung des Landratsamts mit Kosten von über
23 Millionen Euro stößt weiterhin auf Ablehnung
der CSU; derzeit entsteht vor dem Gebäude zur Auslagerung
von Teilen der Verwaltung während der Bauphase
ein Containerdorf für 1,3 Millionen Euro
Foto: M. Keilholz
Sanierung Landratsamt: CSU
bleibt bei ablehnender Haltung
Auf Ablehnung der CSU stößt dessen ungeachtet
weiterhin die Sanierung des Landratsamtsgebäudes.
Als vor sechs Monaten eine Mehrheitsentscheidung SPD/FWG/GRÜNE
zu Gunsten der Sanierung damit begründet wurde,
35 Millionen Euro für Schulen und 15 Millionen
Euro fürs Landratsamt werde man wohl stemmen können
(Norbert Reh), so ist heute bekannt, dass die Schulsanierungen
mit 41 Millionen und die Kostenschätzung fürs
Landratsamt mit wenigstens 23 Millionen eine Gesamtbelastung
von über 64 Millionen Euro für die kommenden
5 bis 7 Jahre zur Folge haben werden – 15 Millionen
Euro mehr, als SPD, FWG und Grüne noch vor sechs
Monaten meinten und nahezu dreimal so viel, wie der
aktuelle Gesamtschuldenstand des Landkreises Nürnberger
Land!
Festpreisangebot auszuschlagen
war großer politischer Fehler
Die CSU sieht es als einen großen politischen
Fehler an, das Angebot des renommierten Bauunternehmens
Völkel+Heidingsfelder auszuschlagen, ein Landratsamtsgebäude
zu einem Festpreis – schlüsselfertig und
binnen 2-Jahres-Frist – neu zu errichten.
Fraktionsvorsitzender Norbert Dünkel ist überzeugt
davon, dass dies während der Bauphase noch viel
Sorgen bereitet und in der Endabrechnung viel Geld kosten
wird. Dünkel wörtlich: „Ich kenne keinen
Bauunternehmer und keinen Planer, der in den letzten
Wochen die Vorgehensweise des Kreistags nicht mit Kopfschütteln
begleitet hat“.
Von Fachleuten, so Dünkel weiter, werde allgemein
vorgetragen, dass eine General-Sanierung generell teurer
kommt als ein Neubau.
Neben der Beeinträchtigung für Personal und
Kunden während der Baumaßnahmen ist außerdem
davon auszugehen, dass bisher unentdeckte Baumängel
weitere Kostensteigerungen zur Folge haben werden. Bereits
heute sei man mit einer Kostenexplosion von 30 Prozent
gegenüber der Schätzung vom September 2009
konfrontiert.
Tilgung Krankenhausschulden
schafft Spielraum für Investitionen
Die Zustimmung der CSU zum Kreishaushalt wurde unter
anderem damit begründet, dass nach 20 Jahren krankenhausbelasteter
Finanzentwicklung ab dem Jahr 2011 eine ganz entscheidende
finanzielle Wende eintreten wird.
Noch vor sieben Jahren hatte der Landkreis ein Krankenhausdefizit
von über drei Millionen Euro pro Jahr zu schultern
und neben den Schulden des Kreishaushalts einen zweiten
Schuldenberg von über 20 Millionen Euro innerhalb
der Kreiskrankenhaus GmbH aufgetürmt.
Durch die von der CSU eingeleitete Entscheidung, die
Kreiskrankenhäuser einer neuen Gesellschaft zu
übertragen und gleichzeitig jährlich drei
Millionen Euro zu tilgen, konnten die Krankenhausschulden
bis zum aktuellen Haushaltsjahr 2010 endgültig
zurückbezahlt werden.
Der Landkreis kann damit heuer erstmals einen Teilbetrag
und ab dem kommenden Jahr volle drei Millionen Euro
aus der bisherigen Schuldentilgung für Investitionen
einsetzen.
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